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Aufgrund des geringen Wasserstandes bleibt das Gewässer im Interesse der Schonung des Fischbestandes ab dem 05.09.2019 bis auf weiteres für die Beanglung gesperrt.

Dies ist auch der Wunsch vieler Anglerinnen und Angler, welche uns die vergangenen Tage kontaktierten. Momentan sind leider keine größeren Niederschlagsmengen zu erwarten. Mit einer Entspannung der kritischen Wassersituation ist in nächster Zeit leider nicht zu rechnen.

Darum bitten wir um euer Verständnis für diese, sicherlich nachvollziehbare Entscheidung im Interesse unserer Fische.

Über die Freigabe zum Angeln werden wir natürlich informieren.

➡ Hier noch einige Informationen zum Speicher Dachwig. Grundsätzlich kann niemand mehr Wasser oder kühlere Temperaturen herbeizaubern. So war und ist in vielen Teilen Thüringens die Gewässersituation sehr angespannt.

Um ein größeres Fischsterben im Speicher Dachwig zu verhindern, wurden seitens der Geschäftsstelle des LAVT in den vergangenen Wochen folgende Initiativen durchgeführt:

– regelmäßige Kontrollen des Speichers Dachwig, speziell des Pegelstandes und der Wasserabgabemengen

– Gespräche mit der Thüringer Fernwasserversorgung – im Ergebnis reduzierte die Flussmeisterei Straußfurt die Wasserabgabe deutlich

– Gespräche mit der Geratal Agrar GmbH & Co. KG, welche, obwohl sie für die Beregnung selbst dringend Wasser benötigt, im Ergebnis ihre vertraglich zustehende Wassermenge nicht in vollem Umfang in Anspruch nahm

– aufgrund der hohen Temperaturen und der langen Sonnenscheinstunden (hohe Wasserverdunstung) spitzte sich die Lage dennoch weiter zu – erste tote Fische, vor allem Bleie, welche abgelesen und in der Tierkörperverwertung entsorgt werden mussten (ca. 400 kg)

– es fehlte an jeglichen Alternativen, da weder Frischwasser aus einem anderen Gewässer zur Verfügung steht, noch eine technische Belüftung möglich und sinnvoll gewesen wäre

– der Geschäftsführer des LAVT, selbst ausgebildeter Fischwirt und Diplomfischereiingenieur, veranlasste die letzte Option, die Kalkung des Gewässers mit Branntkalk, um die Sauerstoffsituation zu stabilisieren

– der dafür notwendige Kalk wird in Thüringen nur im Wünschdorfer Dolomitwerk produziert – also von Erfurt mit dem LKW nach Wünschdorf gefahren und die notwendige Kalkmenge besorgt

– zwischenzeitlich wurden die Anträge auf Genehmigung der Kalkung bei der Thüringer Fernwasserversorgung sowie bei der unteren Wasser- und Naturschutzbehörde Gotha gestellt – an einem Donnerstag bzw. Freitag letzte Woche eine sehr anspruchsvolle Zielstellung

– kurz bevor der Kalk Freitagmittag in Dachwig eintraf, lagen alle Genehmigungen vor

– auch ein spezielles Kalkboot mit Motorantrieb wurde kurzfristig organisiert und die notwendigen behördlichen Genehmigungen eingeholt (aufgrund des niedrigen Wasserstandes musste der Kalk später doch per Hand mit einem kleineren Boot ausgebracht werden)

– am Freitag, den 30.08.2019, wurde von 14.00 bis 20.00 Uhr die errechnete Menge Branntkalk auf dem Speicher Dachwig ausgebracht

– Samstag früh Kontrolle am Speicher Dachwig und die Anspannung der letzten Tage legte sich – keine weiteren Fischverluste und der Sauerstoffgehalt hatte sich in allen Wasserschichten deutlich verbessert

– Untersuchung der Wasserparameter durch die Thüringer Fernwasserversorgung, welche die positiven Sauerstoff- und pH-Werte bestätigte

– Vorerst konnte ein größeres Fischsterben durch die Initiativen des LAVT verhindert werden

Ein Problem ist leider geblieben, der sehr niedrige Wasserstand – die Situation für die Fische ist also nach wie vor kritisch!

Darum auch das Angelverbot für den Speicher Dachwig, um die Möglichkeit von weiteren Fischverlusten und den Stress für die Fische zu minimieren.

An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an die Thüringer Fernwasserversorgung, die Fischzucht Vogel, das Wünschendorfer Dolomitwerk, die untere Wasser- und Naturschutzbehörde Gotha sowie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LAVT